Nachwuchsradsport im TSV Oberammergau
Aktuelles von den Oberammergauer Radsporttalenten
Themen Jan. 2012 / Nr. 1: Deutsche Meisterschaft im Cyclocross in Berlin-Kleinmachnow
Martin Meiler erkämpft sich die Bronzemedaille!
Sturzpech für Lukas Meiler
(9. Rennwochenende der Wintersaison, 9 Siege)
Eigentlich sollte die Reise nach Berlin-Kleinmachnow zu den Deutschen Crossmeisterschaften mit
drei Sportlern erfolgen. Nachdem aber Tobi Reiser zuletzt keine optimale Cross-spezifische
Vorbereitung hatte, verzichtete er - auch im Hinblick auf die weite Anreise – auf einen Start bei der
Cross-DM. Tobi´s Schwerpunkt liegt ohnehin auf dem MTB, worauf er sich konsequent auf die
Sommersaison vorbereitet, um in seinem ersten Jahr bei den Profis 100 % fit am Start zu stehen. Mit
reichlichen Ambitionen im Gepäck fuhren allerdings Lukas und Martin Meiler gen Norden, beide hatten
sich hohe Ziele gesetzt.
So beluden wir also unseren Renault Trafic, der uns Woche für Woche höchst zuverlässig zu den
Rennorten befördert, mit allem Material, das irgendwie im Auto Platz fand. Begleitet wurden wir von
Michi Schmid, der wertvolle Betreuer- und Mechanikerdienste verrichtete. Die Fahrt nach Brandenburg
verlief entspannt, nach gut sechs Stunden Fahrzeit standen wir vor den Toren Berlins. Ernüchtert
wurden wir durch das Wetter. Wir hätten uns gerne etwas anderes gewünscht als Sprühregen und
kühlen Wind. Das Hotel jedoch entschädigte für vieles, es lag erfreulicherweise direkt an der
Rennstrecke an den Kiebitzbergen. Nachdem das Organisatorische, wie Startnummern, Transponder
und Depotlizenzen holen, erledigt war, ging es in der Dämmerung noch auf die Rennstrecke zur ersten
Besichtigung und um die Beinmuskulatur nach der langen Autofahrt etwas zu lockern. Es wurde uns
sofort klar, dass die Wettkämpfe kein Kindergeburtstag werden. Der Dauerregen hatte dem Untergrund
mächtig zugesetzt, die Wiesenabschnitte verwandelten sich in Schlammpisten und in die legendären
Sandpassagen gruben sich die schmalen Crossreifen (erlaubt sind max. 33 mm) mehrere cm tief ein.
Die richtige Reifenwahl wurde zur Lotterie, weil der Kurs sämtliche Elemente enthielt und man einen
bestmöglichen Kompromiss aus guten Rolleigenschaften und dem nötigen Gripp suchen musste. Aber
die Bedingungen waren für alle gleich, nur ein kompletter Crossfahrer mit passendem Material hat auf
dem Kurs eine Chance. Darüber hinaus ist es sicher kein Zufall, dass die beiden besten deutschen
Crossfahrer Philip Walsleben und Christof Pfingsten, die sich international bereits in der Weltspitze
bewegen, in unmittelbarer Nähe zum Rennkurs wohnen. Wie wir erfahren haben, ist die Rennstrecke
im Stahnsdorfer Stadtwald dauerhaft befahrbar und stellt den perfekten Trainingsparcours dar.
Lukas musste am Renntag als erster ran. Dass es für ihn als jüngerer Jahrgang im U19-Feld nicht
leicht werden würde, war klar. Trotzdem lautete seine realistische Zielsetzung ein Platz unter den
besten Zehn. Der Start – eine der mitentscheidenden Phasen im Cross – verlief schon nicht optimal.
Lukas konnte auf Grund seiner Ranglistenposition zwar aus der zweiten Reihe heraus starten, wählte
aber schon in der ersten Kurve die falsche Seite. Dort wurde „zugemacht“ und das Tempo war erst mal
futsch. Man wollte es zunächst schier nicht glauben, dass Lukas etwa auf Position 20 durch die erste
Runde fuhr. Aber Lukas kämpfte, machte Position um Position gut und hatte sich eingangs der letzten
Runde des 40 minütigen Rennens auf Rang 9 vorgearbeitet. Lukas wollte jedoch noch mehr –
vielleicht zu viel? In die letzte Sandabfahrt fuhr Lukas wohl mit zu viel Speed rein, das Vorderrad grub
sich ein und der Überschlag war auch mit aller Akrobatik nicht mehr zu verhindern. Auch wenn Lukas
zunächst benommen sitzen blieb, war glücklicherweise nichts Schlimmeres passiert. Lukas konnte die
Runde noch zu Ende fahren, mehr als der (immer noch respektable!) 13. Platz war aber nicht mehr
drin. Lukas hätte seine Erfahrungen gerne noch schnell an Martin weitergegeben, der bereits für sein
Rennen am Start stand. Kaum im Ziel, wurde Lukas jedoch von einem „Chaperon“ abgefangen – er
wurde zum Dopingtest ausgelost, die Prozedur dauerte knappe zwei Stunden.
Damit keine Missverständnisse aufkommen, Dopingtests sind enorm wichtig, wir stehen voll dahinter.
Schade war nur, dass Lukas das Rennen seines Bruders nicht verfolgen konnte – es hätte sich
nämlich gelohnt! In einem bravourösen Rennen machte Martin alles richtig. Von seinem zwölften
Startplatz aus hat sich Martin schnell an die Rennspitze vorgearbeitet und eine dreiköpfige
Spitzengruppe bestimmte fortan den Rennverlauf. Hinter dem Wiesbadener Björn Tränckner, der sich
in der letzten Runde noch etwas absetzen konnte und Jonas Rutsch vom TV Erbach, sicherte sich
Martin die Bronzemedaille. Martin freute sich riesig, schrammte er doch nur um wenige Meter an der
Silbermedaille vorbei.
Nachdem wieder alles irgendwie im Auto verstaut war, ging es auf die Heimreise. Der zeitweilig dichte
Schneefall machte die Rückfahrt anstrengender als die Hinfahrt, kurz vor Mitternacht waren wir wieder
in Oberammergau. Zu Hause angekommen, durften wir eine schöne Überraschung erleben: Unser
lieber Nachbar hat sich die Mühe gemacht und die Zufahrt zum Autostellplatz von den Schneemassen
freigeräumt. Es gibt halt doch noch nette Menschen!
Die Crosssaison ist mit der DM beendet, aber Berlin lässt uns nicht los. Ende Januar wird Flori Nowak
beim Nachwuchscup im Rahmen des Berliner 6-Tage-Rennens auf der Bahn starten. Sicherlich ein
tolles Erlebnis für Flori … wir werden euch davon berichten!
Mit herzlichen Grüßen
Hannes Meiler und das Radsport-Perspektivteam Oberammergau
13.01.2012






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