Nachwuchsradsport im TSV Oberammergau



Aktuelles von den Oberammergauer Radsporttalenten

Themen März 2011: Vorstellung „Förderteam Bayern“ und Saisonstart

Die ersten Renntermine stehen unmittelbar bevor!

Wie bereits im Februar-Newsletter angekündigt, fand am zweiten März-Wochenende im schönen Bad Kohlgruber Hotel „Schillingshof“ die Vorstellung des neu ins Leben gerufenen „Förderteam Bayern“ statt. Was darunter nun genau zu verstehen ist, wird im Begleitschreiben „Zieldefinition und Fördergrundsätze“ nochmals erklärt.

Neben zehn jungen Radsportlern der Altersklassen U15 bzw. U17 aus verschiedenen Vereinen, die stellvertretend für die bayerischen Auswahlfahrer das Förderteam repräsentierten, fanden sich nicht nur Eltern, Trainer, Vereinsvertreter, Landesverbandstrainer sowie Ehrengäste und Sponsoren ein, sondern auch eine stattliche Anzahl Radsportinteressierter Gäste, so dass sich der bestens vorbereitete Tagungsraum im Hotel Schillingshof schnell füllte. Überhaupt darf ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Herrn Direktor Hödl und seinem Team für die hervorragende Betreuung und großzügige Unterstützung der Teampräsentation bedanken!

Nach einer kurzen Einführung durch Moderator Michael Schmid ergriff der langjährige Landtagsabgeordnete und BLSV-Kreisvorsitzende Hans Neumeier das Mikrofon und sprach ein treffendes Grußwort, in welchem er die Bedeutung privaten Engagements parallel zu den Leistungsmöglichkeiten der Vereine und Verbände betonte. Bevor das Geheimnis nach dem Trikotdesign gelüftet wurde, standen zwei hochinteressante Fachvorträge auf der Agenda. Dr. Max Meichsner von Sportmedizin Oberland wies auf die immense Bedeutung des Bewegungs- und Muskelapparates als der limitierende Faktor im Leistungssport hin. Oftmals würden bei der Betreuung jugendlicher Sportler zwar die internistischen Werte regelmäßig erhoben und kontrolliert, doch der orthopädische Faktor würde allzu oft nicht ernst genug genommen. Aber was nützt es einem organisch top-fitten Sportler, der im Juniorenalter seinen Sport auf Grund von Knie- oder Sehnenproblemen aufgeben muss? Als Erkenntnis aus dem reichen Erfahrungsschatz von Dr. Meichsner in der Betreuung von Leistungssportlern konnten die jungen Rennfahrer und deren Eltern sowie Trainer festhalten, dass nur der ganzheitliche Ansatz, also die Kombination von sowohl internistischer als auch laufender orthopädischer Kontrolle die gesunde Entwicklung der Nachwuchstalente sicherstellt.

Als nicht minder interessant erwiesen sich die Ausführungen von Torsten Binder, der als Repräsentant unseres Sponsors Aktiv³ an der Teamvorstellung teilnahm. Der Ernährungswissenschaftler und MTB-Trainer fokussierte seinen anschaulichen Vortrag insbesondere auf die Bedeutung der ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme und die Rolle der Mineralsalze im Ausdauersport. Darüber hinaus erklärte er, wieso es häufig sogar unsinnig ist, sich stark zuckerhaltige und mit Koffein versetzte Getränke zuzuführen. Um den gewünschten Effekt zu erzielen, gibt es mittlerweile wesentlich sinnvollere und magenschonendere Produkte, die speziell für Sportler entwickelt wurden.

Das eigentliche Highlight des Abends war natürlich die Vorstellung des Team-Outfits. Zehn jungendliche Rennfahrer aus allen Regionen Bayerns, die das sog. „Kernteam“ bilden präsentierten stellvertretend für die bayerische Radsportjugend stolz ihre Teamkleidung sowie die von Alpina freundlicherweise bereitgestellten Rennhelme und -brillen. Nachdem das Team ein wahres Blitzlichtgewitter über sich ergehen ließ, lud das Hotel die Sportler und deren Umfeld zu einem erstklassigen Abendmenü ein. Ganz war das Programm nach dem gemeinsamen Abendessen aber noch nicht vorbei. Teamleiter Bodo Schwager hatte noch eine faustdicke Überraschung parat. Unter die Gäste mischten sich plötzlich und zunächst unerkannt die beiden Ansbacher Ex-Profis Sebastian Schwager und Jörg Jaksche. Dass Letztgenannter als ertappter und bekennender Dopingsünder eine Reizfigur im Radsport darstellt, ist uns allen klar. Andererseits dürfen wir die Gefahren und Schattenseiten des Hochleistungs- und Profisports nicht ausklammern, wenn wir ernsthaft und glaubwürdig Nachwuchsförderung betreiben wollen. So entwickelte sich schnell eine höchst interessante Diskussion in welcher die jugendlichen Sportler und deren Eltern etc. brisante Fragen stellten, die von Jörg Jaksche offen und bereitwillig beantwortet wurden und mit einem warnenden Plädoyer endeten. Insbesondere drehte sich die Diskussion um das Thema Parallelität von Schule/Ausbildung und Sport. Ein Profisportler ohne entsprechende schulische oder berufliche Ausbildung begibt sich beinahe zwangsläufig in ein Abhängigkeitsverhältnis, das nicht selten in der Sackgasse mündet. So fand andererseits Sebastian Schwager nach zwei Jahren beim Profirennstall MILRAM nach dessen Auflösung schnell den Weg zurück ins „normale“ Leben und begann ein Studium an der FH Ansbach. Es sei an dieser Stelle den beiden Ex-Profis herzlich gedankt, dass sie sich für die nicht ganz einfache Diskussion zur Verfügung stellten. Man konnte es den jungen Sportlern förmlich ansehen, wie berührt sie von den Schilderungen waren. So mancher wird nun, bei aller Begeisterung für seinen Sport, seine schulischen Verpflichtungen wieder etwas ernster nehmen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück am Sonntagmorgen ließ man die Team-Zusammenkunft mit einigen organisatorischen Hinweisen langsam ausklingen. Der erste Renneinsatz des Förderteams wird am 9. und 10. April beim „Kirschblütenrennen“ im österreichischen Wels sein.

Bereits am kommenden Wochenende aber beginnt die Rennsaison für einen Teil unserer Perspektivteam-Fahrer. Die U17-Kadersportler Marina Gindhart, Flori Nowak und Lukas Meiler starten beim „Schwarzbräu-Cup“ im schwäbischen Zusmarshausen. Dieser Klassiker läutet alljährlich den Start der bayerischen Straßensaison ein. Am darauf folgenden Wochenende steigen dann auch unsere U15-Asse Florian Gindhart und Martin Meiler beim Straßenrennen in Schweinlang/Allgäu in die neue Saison ein. Tags darauf werden schließlich alle U15- und U17-Straßenfahrer beim BRV-Sichtungsrennen in Aichach am Start stehen und das schon weithin bekannte Trikot des Oberammergauer Perspektivteams sicherlich auch in der neuen Saison wieder würdig vertreten. Für U23-Mountainbiker Tobi Reiser beginnt die Rennsaison gleich mit einem richtigen Paukenschlag. Er startet beim internationalen MTBCross- Country in Schaan/Liechtenstein.

Somit werden wir euch mit dem nächsten Newsletter bereits von den ersten Renneinsätzen berichten können sowie einen Ausblick auf die weiteren Renneinsätze geben. Bis dahin wünsche ich euch allen noch einen angenehmen Frühling!

Vielen Dank für euer reges Interesse und eure Unterstützung! Bitte drückt uns auch in der neuen Saison kräftig die Daumen!

Herzliche Grüße

Hannes Meiler und das Radsport-Perspektivteam Oberammergau
23.03.2011

      
      
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