Nachwuchsradsport im TSV Oberammergau

Rennbericht zur Deutschen Radcross-Meisterschaft am 10. Januar 2009 in Strullendorf/Oberfranken

Radrennen bei –15 Grad Celsius!

Als das Thermometer in Erlangen-Uttenreuth, wo Lukas Meiler sein Nachtquartier bezogen hatte, frühmorgens am Renntag stramme -20 Grad anzeigte, konnte Lukas ahnen, worauf er sich einstellen musste. Radrennen bei arktischen Temperaturen, das war neu für den amtierenden Bayerischen Schülermeister im Radcross, der als einer von sechs bayerischen Startern seinen Landesverband bei den Deutschen Meisterschaften vertreten durfte. Recht viel besser wurde es auch nicht mehr: während der ca. 50 km langen Fahrt von Erlangen-Uttenreuth zum Wettkampfort Strullendorf bei Bamberg pendelte sich das Außenthermometer des Autos bei -19 Grad ein und im Fahrerlager in Strullendorf konnte man sich über die gemessenen -18 Grad auch nur mäßig freuen. Aber alles jammern half nichts, es hieß vielmehr die richtige Strategie gegen die Kälte zu wählen. Einige besorgte Trainer und Eltern wandten sich mit der berechtigten Frage an den Wettkampfausschuss, ob das Rennen überhaupt stattfinden kann, aber der anwesende BDR-Rennarzt war wohl mit der Situation überfordert und zuckte nur die Achseln. Es musste nun also jeder selber wissen was er tut und worauf er sich einlässt.

Für Lukas war die Frage schnell beantwortet, er wollte natürlich starten. Die Wahl der richtigen Kleidung gestaltete sich gar nicht so einfach. Warm alleine genügte nicht, es musste der Kompromiss gefunden werden, der auch noch ausreichend Bewegungsfreiheit zulässt, denn beim Radcross handelt es sich um eine ausgesprochen dynamische Sportart mit Lauf- und Tragepassagen etc. Trotzdem entschied sich Lukas für die „Sicherheitsvariante“: neben Helmmütze und Überschuhen kam noch eine lange Rennhose über die Beinlinge und unter das Renntrikot wurde auch noch eine zusätzliche Schicht gelegt. Ein Problem für alle Teilnehmer bis hin zum Profirennen war die Wahl der richtigen Handschuhe: Dick genug um zu wärmen aber auch ausreichend dünn um den Lenker kontrolliert halten und vor allem Bremsen und Schalten zu können hätten diese sein müssen – fast schon die Quadratur des Kreises!

Pünktlich um 11 Uhr ging´s in den Startblock. Erste Sonnenstrahlen „erwärmten“ die Luft auf -15 Grad. Man will es nicht glauben: zwei Nachwuchsrennfahrer wurden von ihren Trainern in kurzen Hosen (!) an den Start geschickt! Es erübrigt sich zu erwähnen, dass keiner der beiden das Ziel gesehen hat. Trainer, die einen solchen Unsinn zulassen und damit die Gesundheit und sportliche Zukunft der Jugendlichen gefährden………na ja, diesen Satz soll bitte jeder selber zu Ende führen!

Das Reglement wollte es, dass Lukas ein Startplatz in der vorletzten Reihe zugewiesen wurde: Startplatz 37 von 45 Startern. Egal, unbeirrt davon versuchte Lukas das Beste aus der Situation zu machen. Nach einer kurzen ansteigenden Startgeraden auf Asphalt bog das Starterfeld gleich links ab in einen schmalen Waldweg. Der Boden war hart gefroren aber heimtückisch, weil unter der dünnen Schneedecke immer wieder Eisplatten für Ausrutscher und Stürze sorgten. Auf dem schnellen und mit nur wenigen technischen Passagen versehenen Rundkurs à 2,5 km, der von der U15 viermal durchfahren werden musste, war es schwer sich nach vorne zu arbeiten. Lukas besann sich aber seiner Fähigkeiten als „Steuerkünstler“ und nutzte die Technikpassagen um Runde für Runde einige Positionen gut zu machen. Am Ende stand Platz 15 zu Buche, nicht schlecht für seine erste Deutsche Meisterschaft. Lukas jedenfalls war mit sich zufrieden und konnte mit der Erkenntnis beruhigt nach Hause fahren, dass bei besserer Startposition ein Top-Ten-Platz ziemlich sicher drin gewesen wäre. Er ist ja noch jung genug, um die auch und gerade bei diesem Rennen gewonnenen Erfahrungen weiter umsetzen zu können.

À propos Erfahrungen: Extremsituationen bieten ja meist Anlass seinen Erfahrungsschatz zu erweitern, so erging es auch uns. Besonders hervorheben möchte ich abschließend noch Erkenntnisse mit Bezug auf Produkte unserer Teamsponsoren AKTIV 3 bzw. MAPLUS. Die „Fireprotect-Schutzcreme „ von AKTIV 3 bot den idealen Kälteschutz, vor allem auf den freien Hautpartien wie Wangen oder Nase und Lippen. Der „Isoton-Aktivdrink“ aus dem gleichen Haus war als warmes Energiegetränk der Renner. Das Getränk ist nicht nur der optimale Energielieferant, sondern es ist darüber hinaus auch warm sehr schmackhaft, so dass wir eine Vielzahl frierender Rennfahrer aus unserer großen Thermokanne versorgten.

Dem „Servicetechniker Papa“ ist ein peinliches Missgeschick unterlaufen. Lukas konnte das gesamte Rennen nur auf dem großen Kettenblatt fahren, weil der Umwerfer festfror und sich nicht mehr schalten ließ. Hätte Papa nun das „Anti-Ice-Spray“ von MAPLUS nicht im Skiwachskoffer zu Hause gelassen sondern in die Radwerkzeugkiste gepackt, dann hätte sich Lukas mit funktionierender Schaltung sicher etwas leichter getan…wie gesagt, man lernt halt nie aus! Zu guter Letzt noch ein herzliches Dankeschön an unseren Freund Uwe Rindermann von der RSG Lauf, der uns als Ortskundiger perfekt führte, an Familie Depoorter für die freundliche Bewirtung und an Trainer Stephan Schulz, der Lukas vor Ort prima betreute!

JM
       
       
       
       
       
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