Nachwuchsradsport im TSV Oberammergau
Rennberichte zur Deutschen Meisterschaft „Straße Nachwuchs“ in Parchim sowie zum Ludwig-Thoma Kriterium in Dachau
am 20./21.06.2009 (11. Rennwochenende, 15 Saisonsiege)
Licht und Schatten bei den Deutschen Meisterschaften
Wie bereits mehrfach angekündigt, durften die drei Oberammergauer Nachwuchstalente der
U15-Kategorie, Marina Gindhart, Florian Nowak und Lukas Meiler ihren Landesverband
Bayern und damit auch ihren Heimatverein (bei nationalen Meisterschaften wird im
Vereinstrikot gefahren) bei den Deutschen Straßenmeisterschaften vertreten. Allein die
Berechtigung, an den Deutschen Meisterschaften teilnehmen zu dürfen, war für Flori und
Lukas ein beachtenswerter Erfolg. Aus über 300 in Landesverbandsmannschaften
organisierten Fahrern der männlichen U15 mussten sich die beiden Burschen zunächst
Bayern-intern und schließlich über die Süddeutschen Meisterschaften qualifizieren. Beide
schafften die direkte Qualifikation und zählten damit zum Kreis der 100 startberechtigten
Nachwuchsfahrer aus ganz Deutschland. Bei den Mädchen lag die Entscheidung bei den
Vereinen selbst. Als Mitglied des Bayern-Kaders war es aber selbstverständlich, dass auch
Marina für die DM gemeldet wurde.
Die fast 900 km lange Anfahrt zum Wettkampfort Parchim in Mecklenburg-Vorpommern
erwies sich als unproblematischer und kurzweiliger als zunächst befürchtet. Nach knapp 9-
stündiger Autofahrt ging es dann am späteren Freitagnachmittag gleich noch auf die Räder,
um sich die Beine nach dem langen Sitzen locker zu fahren und um die Wettkampfstrecke
zu besichtigen. Bereits während des Einrollens wurde schnell deutlich, dass der Wind
starken Einfluss auf das Renngeschehen nehmen wird. Darüber hinaus rollte der Asphalt
schlecht, die Straße war an vielen Stellen ausgebessert und der immer wieder einsetzende
Regen machte die vielen Kurven auf der 33 km langen Runde zur Gefahrenstelle.
Das Rennen selbst verlief zunächst unspektakulär, die vielen Attacken erstickten im Keim,
weil keiner seine Nase lange in den strammen Wind stecken wollte. Die Wende im
Renngeschehen brachte schließlich ein Massensturz im ersten Drittel des großen Feldes.
Die Straße war sofort total blockiert, es gab für die Fahrer hinter den Gestürzten zunächst
kein Durchkommen. Glücklicherweise waren vom Team Bayern der Münchner Julian
Schulze sowie unser Flori Nowak zum Zeitpunkt des Sturzes ganz vorne positioniert und
waren vom Sturz nicht beeinträchtigt. Sofort wurde an der Spitze das Tempo massiv erhöht
und es bildete sich um die Bayern Julian und Flori eine 13-köpfige Spitzengruppe.
Dahinter bildete sich schnell eine ca. 25 Fahrer starke Verfolgergruppe, mit dabei u. a. die
Team-Bayern Fahrer Robert Krause (Ingolstadt), Manuel Porzner (Ansbach) und auch
Lukas Meiler. Die Aufgabe dieser drei Fahrer bestand nun darin, das Tempo in der
Verfolgergruppe zu kontrollieren, damit es nicht mehr zum Zusammenschluss mit der
Spitzengruppe kommt, in der ja zwei Bayern vertreten waren. Zudem verständigten sich die
Bayern in der Verfolgergruppe darauf, sofern die Gruppe durchkommt, den starken Sprinter
Robert Krause zu unterstützen, damit dieser den Verfolgersprint gewinnen kann.
Zurück zur Rennspitze: die Gruppe lief, der Vorsprung auf die Verfolger war gesichert und
es begann etwa bei der 1.000 m-Marke das übliche taktische Geplänkel um die beste
Ausgangsposition für den Sprint. Leider ließen sich Julian und Flori etwas abdrängen und
konnten in den Sprint um die ganz vorderen Positionen nicht mehr eingreifen. Aber Platz 10
für Flori und Platz 12 für Julian, zeitgleich mit dem Sieger, sind aller Ehren wert!
Kaum war der erste Sprint entschieden, bog die Verfolgergruppe um die Zielkurve . Lukas
und Manuel erledigten ihren Job perfekt, beide schirmten den Sprinter Robert Krause gut ab
und pilotierten ihn bis zur Zielgeraden. Dem dann folgenden explosiven Antritt von Robert
konnte keiner mehr folgen, den Sprint der Verfolger entschied er deutlich für sich. Für
Lukas, der zeitgleich mit Robert über die Ziellinie rollte ergab die Auswertung des Zielfilms
Platz 23, Manuel wurde als 29. gelistet. Somit waren fünf Bayern unter den Top 30
gewertet, das Mannschaftsergebnis war also nicht zu beanstanden. Allein das i-Tüpfelchen,
das will heißen ein Platz unter den ersten fünf oder gar ein Podestplatz, blieb dem Team
Bayern diesmal verwehrt.
Weniger glücklich verlief das Rennen der Klasse U15w für Marina. Auch sie wurde in einen
Sturz verwickelt und konnte das Rennen nicht unter den ersten 30 beenden.
Glücklicherweise musste sie nicht, wie zunächst befürchtet, mit Verdacht auf eine
Gehirnerschütterung zur Beobachtung in der Klinik bleiben und konnte somit die Heimreise
antreten.
Perfekt lief dagegen das Rennen für Marinas Team-Bayern Kollegin Anna Knauer vom RC
Weißenburg. Sie gewann den Sprint einer Dreier-Fluchtgruppe und holte damit den
Deutschen Meistertitel nach Bayern!
Beim Ludwig-Thoma-Kriterium in Dachau war unser Team im Rennen der U13 durch
Florian Gindhart vertreten. Nur knapp verfehlte er das Podium und beendete sein Rennen
auf dem etwas undankbaren 4. Rang.
Am kommenden Wochenende steht für die Rennradfahrer der U15 ein Kriterium in
Fürstenfeldbruck auf dem Plan, die Mountainbiker werden großenteils beim
Bayernligarennen in Freising am Start stehen.
Hannes Meiler
22.06.2009





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