Nachwuchsradsport im TSV Oberammergau



Jahresbericht 2009 der Abteilung „Radsport“
„26 -- 40 -- 32 -- 7“


Eine lange und anstrengende, aber überaus erfolgreiche Rennsaison liegt gerade hinter uns. An 26 Wochenenden waren unsere Nachwuchsfahrer bei bis zu 40 Wettkämpfen am Start und brachten stolze 32 Siege sowie unzählige Podestplätze nach Hause. 7 Meistertitel, darunter ein Deutscher- und je drei Bayerische bzw. Oberbayerische Titel sowie mehrere Vizetitel und Medaillenränge sprechen für sich. Bei allen bedeutenden Nachwuchswettkämpfen wie bspw. bei den Deutschen Meisterschaften oder der hochklassig besetzten TMP-Thüringen-Rundfahrt waren die Oberammergauer präsent. Bei der größten Nachwuchsradsportveranstaltung Europas, der internationalen Kids-Tour in Berlin, stellte der TSV Oberammergau mit 5 vom Landesverband nominierten Startern gar das größte Kontingent aller süddeutschen Vereine. Unsere stete Weiterentwicklung ist insbesondere auch daran zu erkennen, dass unsere Sportler nicht mehr nur auf dem Rennrad oder dem MTB aktiv sind, sondern mittlerweile ebenso auf der Bahn und im Cross an vorderer Front mitmischen. Dass sich in Oberammergau etwas bewegt, blieb auch beim BDR nicht verborgen: vor wenigen Tagen erreichte uns die erfreuliche Nachricht vom Gewinn des zweiten Platzes beim sog. „Preis des Präsidenten“, eine mit 300 EUR dotierte Anerkennung unserer effizienten Nachwuchsförderung.

Die Lebenserfahrung lehrt uns allerdings, dass dort wo Licht ist, meist auch Schatten zu finden ist. Das ist auch bei uns nicht anders! Sportlicher Erfolg schafft allzu schnell überzogene Erwartungshaltungen nicht nur bei den Sportlern selbst und wir sollten uns stets darüber im Klaren sein, dass auf erfolgreiche Phasen nicht selten schwierigere Zeiten folgen. Vor allem darf unsere Vision vom langfristig orientierten, planmäßigen und vielseitigen Aufbau unserer jungen Talente nicht dem vermeintlich schnellen Erfolg geopfert werden. Man hat schon zu viele „Schülermeister“ gesehen, von denen man später nie mehr gehört hat, weil sie in jungen Jahren überfordert oder „verheizt“ wurden. Wir sollten an unseren bewährten Grundsätzen festhalten, insbesondere am Leitsatz „fördern statt (über-)fordern“ und dafür die notwendigen Voraussetzungen schaffen. Die im ersten Teil dieses Berichts erwähnten Erfolge lassen ja durchaus die Schlussfolgerung zu, dass der bisher verfolgte Weg und das dahinter stehende Konzept richtig waren.

Darüber hinaus dürfen wir es nicht übersehen, konsequent an unserer organisatorischen Basis zu arbeiten, denn unser Fundament ist sicherlich noch nicht stabil genug, um nachhaltig in die Zukunft planen zu können. Ich verzichte an dieser Stelle bewusst auf die Nennung von Namen derjenigen, die sich engagiert in die Vereinsarbeit einbringen, weil sich mittlerweile ein erfreulich vielfältiges Netzwerk um die Entwicklung unseres Radsport-Nachwuchses kümmert und jeder Einzelne davon seinen wichtigen Beitrag leistet. Daher richte ich an dieser Stelle ein herzliches „Vergelt´s Gott“ an alle, die in irgendeiner Form helfen, fördern und unterstützen.

Die einzelnen Trainingsgruppen, begonnen von den Kleinsten unter der Regie von Monika Kleiner über das MTB-Training mit Markus Reiser bis hin zur Rennsportgruppe unter der Leitung von A-Lizenz-Trainer Steffen Rein, leisten hervorragende Arbeit. Unser Ziel für die kommende Saison muss es nun nur noch sein, die einzelnen Leistungsgruppen enger aufeinander abzustimmen, damit ein durchgängiges System entsteht und auch für die Nachrücker aus den jüngeren Jahrgängen ein sanfter und von kompetenten Trainern betreuter Einstieg in den Wettkampfsport erfolgen kann. In dem Begriff „Perspektivteam“, mit dem wir unsere Rennsportgruppe bezeichnen, steckt auch eine Selbstverpflichtung: wir wollen den jungen Talenten eine sportliche Perspektive schaffen und um die Sportler herum ein Team aufbauen, das den dafür notwendigen Rahmen bildet.

Also, freuen wir uns über das was die zurückliegende Saison sportlich gebracht hat, aber blicken wir gleichzeitig voll Tatendrang nach vorne, um auf dem weiter aufzubauen, was bisher schon geschaffen wurde. Es gibt noch viel zu tun, wollen wir eines Tages mit traditionsreichen Radsportvereinen auf Augenhöhe sein. Die Antwort auf die Frage ob wir dies überhaupt jemals anstreben sollten oder wir uns nur auf die Nachwuchsförderung beschränken wollen und unsere ausgebildeten Rennfahrer dann an größere Vereine und Sportgruppen abgeben, will ich zu diesem Zeitpunkt noch unbeantwortet lassen. Zumindest befinden wir uns schon mal auf einem guten Weg und so mancher Platzhirsch unter den Vereinen bestaunt schon etwas ungläubig die Leistungen unserer jungen Rennfahrer.

Nach einer nur kurzen Verschnaufpause werden wir ab Anfang November wieder mit voller Energie ins Wintertraining einsteigen. Die Kombination aus vielen verschiedenen Trainingskomponenten in der Vorbereitungsphase unter der Anleitung hochkompetenter Trainer ist sicherlich ein wesentlicher Bestandteil unseres Erfolgsgeheimnisses. Es hat sich als absolut richtig erwiesen, in der Vorbereitungsphase auch einmal unkonventionelle Wege zu gehen. Dass wir uns damit bereits hohe Anerkennung geschaffen haben beweist der Umstand, dass im kommenden Winter nun schon zum zweiten Mal in Oberammergau ein Trainingslehrgang des BRV-Kaders stattfinden wird, der maßgeblich von unseren Trainern und Trainingsinhalten mitgestaltet wird. Für einige unserer Sportler beginnt sogar in Kürze eine weitere, intensive Wettkampfphase: sie werden unsere Trikotfarben bei den traditionell im Frühwinter stattfindenden Crossrennen oder auf der Winterbahn präsentieren. Immerhin gilt es ja im Cross einen Bayerischen Meistertitel zu verteidigen!

Nun mag es, zugegebenermaßen, für manchen Zuhörer/Leser dieses Jahresberichts etwas verwunderlich wirken, wenn nur oberflächlich über die Rennerfolge oder gar nicht über durchgeführte eigene Veranstaltungen des zurückliegenden Jahres berichtet wird und man stattdessen mehr in die Zukunft blickt, sogar noch durchsetzt von so manch selbstkritischem Ton. Für alle die mehr über unsere Aktivitäten wissen wollen, sei ein Blick auf unsere Homepage empfohlen. Dort stellt in aufopferungsvoller Arbeit Stephan Schulz regelmäßig aktuelle Rennberichte, Presseartikel, Ergebnisse und Fotos ein, so dass die gesamte Saison dokumentiert ist. Unter der Web-Adresse www.perspektivteam-oberammergau.de oder ganz einfach über den entsprechenden Link auf der TSV-Homepage können sich Radsport-Interessierte regelmäßig über all unsere Aktivitäten informieren.

Hannes Meiler
23. Oktober 2009
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